Nach dem Ende des Surfcamps in Esmoriz (falls Ihr das noch nicht gelesen habt, könnt Ihr das hier nachholen) sind wir ein Stück weiter die Küste Portugals hinunter in die kleine Küstenstadt Figueira da Foz gefahren.
Wir hatten fest eingeplant Nazaré zu besuchen (jeder Surfer, der etwas auf sich hält, würde sich das nicht entgehen lassen). Mit dem herannahenden Hurrikan „Erin“ am Dienstag (was im Sommer äußerst selten ist) hatten wir nun eine realistische Chance, die großen Wellen zu sehen, für die Nazaré weltweit bekannt ist. Vielleicht würden wir sogar einige Surfer beim Tow-in-Surfen sehen (da die größeren Wellen zu schnell sind, um hinein zu paddeln, werden Jetskis verwendet, um sie in die Wellen zu ziehen). Und wir wurden nicht enttäuscht:


Als wir gegen 10:00 Uhr in Nazaré ankamen, war das kleine Fischerdorf bereits voller Autos, die verzweifelt nach einem Parkplatz suchten. Wir fanden einen (sogar im Schatten), aber eine Stunde später hätten wir nicht mehr so viel Glück gehabt. Wir liefen die kurze Strecke bis zum Leuchtturm auf der Klippe und wurden von Scharen von Zuschauern und krachenden Wellen am Fuße der Klippe begrüßt. Es gibt viele Eigenschaften, die Nazaré zu einem so besonderen Spot für große Wellen machen (im Internet gibt es jede Menge Artikel dazu), aber eine, die wir besonders schätzten, war, dass die Wellen so nah an der Küste brechen. An anderen Spots wie Jaws, die weiter entfernt von der Küste brechen, ist es nicht so einfach, das Spektakel zu beobachten. Aber in Nazaré ist man ganz nah am Geschehen.






Nachdem wir den Surfern eine Weile zugesehen hatten, besuchten wir auch noch das kleine Museum. Dort wird erklärt, warum es in Nazaré so große Wellen gibt, und es gibt eine kleine Ausstellung mit Surfbrettern von Big-Wave-Surfern wie Garrett McNamara und dem aktuellen Guinness-Weltrekordhalter Sebastian Steudtner (ein Deutscher!) für die größte gesurfte Welle, eine 28,6 m hohe Riesenwelle aus dem Herbst 2020. Am Dienstag waren die Wellen „nur” zwischen 6 und 7,5 m hoch. Aber dennoch sehr beeindruckend.


Zum Mittagessen gab es leckere Tapas, danach fuhren wir mit der Seilbahn hinunter zum Strand von Nazaré. Die kleine Stadt war voller Touristen (etwas mehr als sonst im Sommer, die großen Wellen hatten noch mehr Menschen angezogen), aber wir genossen es trotzdem, am Strand entlang zu spazieren und ein Eis zu essen. Da wir für die nächsten Surf-Sessions noch etwas Wachs brauchten, machten wir kurz Halt in einem kleinen Surfshop mitten in der Stadt – und trafen dort Ela und Jean-Luc, die wir letzte Woche im Surfcamp kennengelernt hatten! Was für ein „Zufall“ 🙂


Als wir wieder zum Auto zurückgingen (wir hatten es seit dem Morgen nicht bewegt, da wir keinen Parkplatz mehr gefunden hätten), bemerkten wir, dass wir meinen Pullover im Surfshop am Strand vergessen hatten. Kein Problem, einfach hinunterfahren und ihn holen. Falsch gedacht. Die Hauptstraße hinunter nach Nazaré war gesperrt (es waren bereits zu viele Autos dort), also mussten wir einen anderen Weg hinunter finden. Zum Glück fanden wir einen und nach diesem letzten Umweg machten wir uns wieder auf den Weg zu unserer Wohnung in Figueira da Foz.